Actiongeladene Dreharbeiten in Linn

Mike Müller bei der Linner Linde

Nachstehend die Aufzeichnungen zweier spannender Drehtage. Die von SRF beauftragte Zürcher snakefilm GmbH produzierte die Filmaufnahmen in Linn.

Dienstag, 28. Juni 2016

Bereits bei Sonnenaufgang herrscht emsiger Betrieb in Linn. Heute soll das Ende der dritten Folge («Die herzlose Leiche») für die neue Staffel der Krimiserie «Der Bestatter» gedreht werden. Der stahlblaue Himmel und die angenehmen Temperaturen versprechen beste Voraussetzungen für die bevorstehenden Aussenaufnahmen. Die ersten Crewmitglieder sind seit 7.45 Uhr mit dem Aufbau des Equipments beschäftigt, und Mike Müller, Darsteller von Bestattungsunternehmer Luc Conrad, ist ebenfalls zeitig vor Ort. Die Maskenbildner, die Kostüm- und Requisitenverantwortlichen beziehen ihre Räumlichkeiten für diesen Aufnahmetag auf dem Bauernhof der Familie Keller in unmittelbarer Nähe der Linde. Im Dorf richten sich der für das Backup zuständige Spezialist und das Produktionsbüro im früheren Restaurant zur Linde ein. Bald schon stehen rund 20 Fahrzeuge in der Gegend, und ca. 50 Produktionsmitarbeitende und Darsteller machen sich an die anspruchsvolle Arbeit. Weil der tiefe Sonnenstand am frühen Morgen für optimales Licht für die Szene sorgt, in der Luc Conrad mit seinem obligaten Leichenwagen durch Linn fährt, wird diese Sequenz zuerst gedreht. Dabei kommt eine auf der Motorhaube montierte Kamera zum Einsatz, die den hinter dem Steuer sitzenden Bestatter in Grossaufnahme festhält. Erst nach mehreren Wiederholungen sind die Produktionsverantwortlichen mit dem Resultat zufrieden. Um die Fahrt auch aus der Vogelperspektive zu filmen, steigt als nächstes eine Drohne auf. Die Anweisungen von Regisseur Tom Gerber erfolgen ruhig und bestimmt. Anschliessend stehen die Szenen auf dem Dorfplatz auf dem Programm. Luc Conrad sucht hier wohl seinen kriminellen Gegenspieler. Beim Filmen im Gegenlicht kommt ein grossflächiger Aufheller zur Anwendung. Die Story ist für Aussenstehende aber nicht durchschaubar, sie bleibt bis zur Ausstrahlung geheim. Mike Müller wirkt zwischen den Drehs entspannt. Um 11 Uhr trifft auch Hauptkommissarin Anna-Maria Giovanoli (Barbara Terpoorten) bei der Linner Linde ein und macht sich für die nachfolgende Szene bereit. Zu deren Beginn begibt sich Luc Conrad zur Linde, setzt sich zuerst auf die Bank und inspiziert sodann das Innere des jahrhundertealten, mächtigen Stammes. Der Stamm ist üblicherweise abgesperrt, aber vom Baumpfleger eigens für die Dreharbeiten zugänglich gemacht worden.
Bis zur Mittagspause um 14 Uhr folgt eine turbulente Schleuderszene, für die zwei typengleiche weisse Toyotas zur Verfügung stehen. Sie werden stellvertretend für die Hauptkommissarin von einer Stuntfrau gelenkt. Das eine der beiden Fahrzeuge ist speziell für die wirkungsvollen Spezialeffekte präpariert.
Nach dem von einem Caterer gelieferten Mittagessen tritt ab 15 Uhr der Bösewicht für Schiesserei mit Luc Conrad in Aktion. Am Set ziehen davor alle die entsprechenden Ohrschütze an.
Weil nun noch genügend Zeit bleibt, wird die attraktive Einstellung, die auch das Titelbild des Fokus Linn ziert, wiederholt. Gleich mit zwei Kameras – eine von unten, eine von oben, wird gefilmt, wie Luc Conrad nochmals in das Innere der mächtigen und sagenumwobenen Linde steigt. Die Dreharbeiten ziehen sich bis 20 Uhr hin, am Ende gibt es für alle ein eisgekühltes Bier unter der Linde von Linn. Die letzten Produktionsmitarbeiter verlassen die Location nach Sonnenuntergang gegen 22 Uhr.

Donnerstag, 15. September 2016
Heute wird bei der Linner Linde der Beginn der vierten Folge mit dem Titel «Schlagabtausch» produziert. Es geht bei dieser Anfangssequenz um die Fortsetzung der Geschehnisse am Ende der dritten Folge. Unter der Regie von Kathrin Gödrös wird von 16 Uhr bis Mitternacht gedreht. Da sich die befürchtete Regenfront über dem Schwarzwald jenseits des Rheins entlädt, können die Arbeiten bei trockenem Wetter abgeschlossen werden.
Weil in der Nähe der Linde eine Leiche auf der Strasse liegt, kommen für die Spurensicherung die Kantonspolizei (echte Uniformierte als Fahrer und Statisten als Beifahrer) mit ihrem Streifenwagen und für die weiteren Abklärungen der Gerichtsmediziner samt Team zum Einsatz.
Angesichts der kalten und windigen Witterung hüllen sich der Bestatter und die Hauptkommissarin zwischendurch in flauschige Decken. Die Mitglieder der Filmcrew und die Schauspieler zeigen sich am Ende des Abends auch dankbar für die wärmende Ofenbank und den Tee im Haus des Fotografen Michel Jaussi, im ehemaligen Restaurant zur Linde. Das Team räumt anschliessend die an diesem Tag vollständig in der ehemaligen Gaststube und im Obergeschoss untergebracht gewesene Produktionszentrale zusammen.
Laut Produktionsleiterin Judith Lichtneckert hat sich das gesamte Filmteam im idyllisch gelegenen Linn sehr wohl gefühlt: «Wir haben den Ort mit seiner berühmten Linde buchstäblich ins Herz geschlossen. Es ist immer ein Erlebnis, an einer solch speziellen Location drehen zu dürfen.»

Spannung herrscht
Nach den insgesamt anderthalb Tage dauernden Dreharbeiten wartet man nun gespannt auf die komprimierte Umsetzung des umfangreichen Bild- und Tonmaterials der beiden «Bestatter»-Folgen mit Linner Beteiligung. Am 17. und 24. Januar – jeweils um 20:05 – werden diese Folgen der am 3. Januar startenden fünfteiligen Krimistaffel auf SRF1 zu sehen sein.

Linn – ein idyllisches Strassendorf

Das Dorf hat seinen romantischen, bäuerlichen Charakter weitgehend bewahrt.

Das Dorf Linn...

Der historische Name «Linn»

Seit mehr als 700 Jahren gibt es das kleine Dorf Linn am Nordhang des Linnerbergs. Der Name nimmt Bezug auf ein Lindengehölz oder eine Linde.

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Verein ProLinn

Mit Blick auf die Zukunft strebt ProLinn danach, das einzigartige, schmucke und wohl dank der Linde weit über die Landesgrenze hinaus bekannte Dorf und dessen Identität im Sinne der gesamten Bevölkerung nachhaltig zu pflegen und zu fördern.

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